SFB 1266 - F: Sozio-ökologische Faktoren des Wandels

Logo SFB1266 Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften

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F1: Supra-regionale Krisen: Abrupter Klimawandel und Reaktionen (multi-kultureller) prähistorischer und archaischer Gesellschaften im westmediterranen Raum und in Südeuropa um 4200 vor heute (DFG GEPRIS)

Das Projekt zielt darauf ab, die komplexen sozio-ökologischen Transformationsprozesse aus supra-regionaler und kulturübergreifender Perspektive zu entflechten und insbesondere die Rolle abrupten Klimawandels und sozio-ökologischer Krisen, die vergangene Transformationsprozesse beeinflussen, zu analysieren. Im Fokus ist dabei zunächst das sog. 4.2 ka-Event und dessen Auswirkungen im westmediterranen Raum. Zur Anwendung kommen dabei a) geologische Analysen zu quantifizierbaren Proxies an marinen Klimaarchiven, um hydroklimatischen Wandel, z. B. Niederschlag (Analysen zu dD von n-Alkanen aus Pflanzenwachsen), saisonale Veränderungen der Seeoberflächentemperatur (SST) (Uk37´, planktonische Foraminiferen/ d18O) und Wandel der Hydrographie zu rekonstruieren und b) die Analyse archäologischer und paläo-ökologischer Daten.

Teilprojektleitung: Jutta Kneisel, Christoph Rinne, Ralph Schneider, Mara Weinelt

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F2: Sozio-ökologische Transformationen und gegenseitige Abhängigkeiten (DFG GEPRIS)

Im Fokus von F2 steht die Rolle ökologischer Veränderungen für kulturelle Entwicklungen in Phasen kulturellen Wandels. Ausgehend von Pollenanalysen, geochemischen und Mikrofazies-Analysen werden zwei Ansätze verfolgt, die unterschiedliche räumliche und zeitliche Dimensionen bedienen. On-site und near-site Analysen an Sedimenten, begrabenen Böden, Kolluvien und archäologischen Befunden stellen Informationen zu lokalen Lebensbedingungen, menschlicher Aktivität und lokalem Umweltwandel mit hoher räumlicher Auflösung bereit. Um überregionalen Wandel der Mensch-Umweltbeziehungen zu identifizieren, werden jahresgeschichtete Seesedimente auf einem geographischen Transsekt über verschiedene ökologische und kulturelle Zonen von Nordwestdeutschland bis Südostpolen miteinander verglichen.

Teilprojektleitung: Hans-Rudolf Bork, Walter Dörfler

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F3: Dynamik der Pflanzenökonomie in prähistorischen und archaischen Gesellschaften (DFG GEPRIS)

Um Auslöser und Komponenten transformativer Entwicklungen von Subsistenzsystemen samt ihrer sozialen Rückkopplungen zu verstehen, wird ein multi-proxy Ansatz angewendet, der quantifizierbare Belege aus den Bereichen Archäobotanik, Archäologie/materielle Kultur und Ethnographie zusammenführt. In einer diachronen Perspektive werden auf einem räumlichen Transsekt ausgehend von der nordeuropäischen Tiefebene über das östliche Zentraleuropa bis zum Karpatenbecken archäobotanische Daten mit solchen der materiellen Kultur verglichen, die für den Nahrungserwerb und landwirtschaftliche Praktiken relevant sind, und sodann ethnographischen Daten gegenüber gestellt, um mögliche Typologien technologischen Wandels der Subsistenzökonomie zu erschließen.

Teilprojektleitung: Wiebke Kirleis

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F5: Die soziale Dimension technologischen Wandels (DFG GEPRIS)

Technologie ist ein wichtiges Medium für sozio-ökologische Wechselbeziehungen besonders in Zeiten des Wandels. Einerseits kann die Einführung neuer Technologien als Antwort auf gesellschaftlichen Wandel interpretiert werden, andererseits können technologische Innovationen der Auslöser oder direkte Ursache einer Transformation sein. Das Ziel des Projektes ist es, sowohl die kulturspezifischen und generellen anthropologischen Muster, als auch die individuellen Entscheidungen in Bezug auf die Annahme, Auswahl und Ablehnung von Technologien zu untersuchen und gleichzeitig deren Relevanz für die verschiedenen Arten von Transformation und deren sozio-ökologische Wechselbeziehungen zu prüfen. Durch die Einbeziehung internationaler Gastwissenschaftler soll ein Dialog mit den PIs innerhalb des SFBs geschaffen werden.

Teilprojektleitung: Berit Valentin Eriksen, Martin Furholt, Johannes Müller

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