Forschungsschwerpunkte

Prähistorische Archäologie in Kiel konzentriert sich auf die europäische Urgeschichte. Während Lehre und Ausbildung alle Aspekte vom Paläolithikum bis zum Ende der Vorschristliche Eisenzeit umfassen, liegen die vorrangigen Forschungsschwerpunkte im Bereich Neolithikum, Bronzezeit und Hallstattzeit.

Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Landschafts- und Sozialarchäologie. In unterschiedlichen Analysen werden paläoklimatische, paläoökologische und paläoökonomische Rekonstruktionen angestrebt, die das Zusammenwirken von Mensch und Umwelt dokumentieren. Das Grundkonzept wird von der Graduiertenschule "Human Development in Landscapes" beschrieben, für die der Lehrstuhl Initiator war.

Basierend auf entsprechenden Studien dienen sozialarchäologische Konzepte dazu, das Enstehen sozialer Ungleichheit in frühen Gesellschaften zu rekonstruieren. Erfasst werden aus kulturanthropologischer Perspektive Grundmuster menschlichen Verhaltens, deren Rekonstruktion für die Bewältigung der Probleme unserer heutigen Welt entscheidend sind.

Mit der Berufung in Kiel wurde am Institut der Bereich Archäoinformatik etabliert, um Basistools zur Entschlüsselung räumlicher und zeitlicher Strukturen entwickeln zu können. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde das Konzept der Archäoprognose beispielhaft verfolgt.

Die Umsetzung der Forschungsschwerpunkte erfolgt u.a. in kleinregional orientierten Einzelprojekten. Mikro- und Mesoregionen werden in ihrer räumlich-zeitlichen Dimension als "Laboratorien" zum Studium menschlichen Verhaltens aufgefasst.

Im Rahmen der Forschungsschwerpunkte wird erheblicher Wert auf partnerschaftliche internationale Zusammenarbeit gelegt. So haben z.B. die gemeinsamen Projekte mit der Universität Poznan zu einer vielfältigen deutsch-polnischen Publikationstätigkeit der Projektbeteiligten geführt (PDF).