Handwerk

Innovation und Professionalisierung des mittelalterlichen Handwerks im südlichen Ostseeraum

Handwerk - Innovation und ProfessionalisierungIn der Geschichte des Ostseeraums nimmt die Phase der stürmischen Entwicklung von Städten und der Kolonisation der südlichen Binnenländer (Mecklenburg, Pommern, Prußenland, Liv­land) mit Hilfe westlicher, hauptsächlich deutscher Siedler, einen besonderen Platz ein. An ihrem Ende steht eine bis heute faszinierende „Hansekultur“, deren Elemente im wesentlichen als Import aus dem Westen bzw. als ihre spezifische regionale Umformung im Rahmen einer allgemeinen „Europäisierung“ erscheinen. Von wenigen Ausnahmen (der polnischen Forschung) abgesehen, wird dabei den älteren autochthonen Gegebenheiten wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl auch unter den Bedingungen eines massiven Kultur- und Technologietransfers mit der Aufnahme oder Umformung einheimischer Elemente zu rechnen ist.

Das Handwerk bildet einen wesentlichen Bereich dieses Prozesses; die interdisziplinäre Erforschung handwerklicher Tätigkeit konzentriert sich sowohl auf die ältere Periode des 10.-12. Jahrhunderts, welche durch Zentralorte und slawische Stammes- und Fürstenherrschaften gekennzeichnet ist, als auch die spätere Phase der „Rechtsstädte“ und der neuen Agrarstrukturen. Das Projekt beleuchtete das gesamte Spannungsfeld von Tradition, Transfer und Innovation, in dem sich die Ausbildung eines breiten Spektrums an Formen und Möglichkeiten handwerklicher Produktion sowie die Differenzierung und Festigung von Arbeits- und Organisationsstrukturen abspielte.

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Ansprechpartner: Prof. Dr. Ulrich Müller