Brink bei Ballum. Eine vergessene Burg in Sønderjylland (Ballum Sogn, Tønder Amt, DK)

Am Geestrand gelegen, fragt sich jeder: Wo stand sie, die Burg von Ballum? 

Dänemark und Schleswig-Holstein sind reich an Schlössern, Gutshäusern und Burgen. Letztere sind aber nicht immer obertägig erhalten, sondern verstecken sich unter der Erde. Bei günstiger Überlieferung sind die im übrigen verhältnismäßig kleinen Anlagen nur nochansatzweise im Gelände sichtbar oder können durch LIDAR Scans erfasst werden.

Ein besondere Anlage ist die Burg Brink bei Ballum an der Westküste Sønderjyllands. Erstmalig wurde die Burg Brink im Jahre 1379 erwähnt. Die Anlage besaß seinerzeit eine zentrale Funktion in der lokalen Verwaltung der Stände des Bistums von Ribe. Für die Burgenforschung ist die Anlage auch aufgrund des Buchführungsbuches von größster Wichtigkeit - einem einzigartigen Dokument, das detaillierte Angaben über die Verwaltung enthält und somit einen umfassenden Einblick in die interne Organisation und den Betrieb auf Burgen des 14. Jahrhunderts ermöglicht. Während des 15. Jahrhunderts scheint die ursprüngliche Burg zu einem größeren Landsitz degradiert worden zu sein, bevor sie im Jahre 1562 abgebaut wurde.

Die Ursprünge der Anlage sind bis dato unbekannt, könnten aber in die Zeit um 1300 n. Chr. zurückgehen. In einem Gemeinschaftsprojekt mit Prof. Dr. Rainer Atzbach, Section for Medieval and Renaissance Archaeology der Univ. Aarhus sowie dem Museum Sønderjylland wird die Burg wieder archäologisch untersucht. Zunächst erbrachte eine geomagnetische Unterschung unter der Leitung von Dr. Christoph Rinne des IUFG im Januar 2017 wichtige Ergebnisse. 

2017 wurde in einer vierwöchigen Grabungskampagne mehrere Schnitte angelegt, die neben zahlreichem Fundmaterial wichtige Befunde zum Grabensystem und der Bebauung erbrachten. Die Ausgrabungen werden 2018 fortgeführt. Erste Eindrücke finden Sie unter

http://borgbrink2017.blogspot.dk/

https://www.facebook.com