Glashütten in Schleswig-Holstein

Aus den Schriftquellen ist bekannt, dass seit 1575 Glasmacher vornehmlich aus Hessen und Südniedersachsen nach Holstein, dabei besonders Ostholstein kamen, da hier das für die Glasherstellung notwendige Rohmaterial, vor allem Buchenholz, noch reichlich vorhanden war und gleichzeitig die Gutsbesitzer bestrebt waren, ihre Hoffelder auf Kosten des Waldes auszuweiten. So entstanden in dieser Gegend eine Vielzahl von Glashütten, über deren Standorte und auch Produkte damit deutlich mehr bekannt ist als für andere Gewerbe. Norddeutschland spielt in der bisherigen Glashüttenforschung eher eine marginale Rolle.

GlashuettenSH

Die Glashüttenforschung ist nach dem Krieg insbesondere im Raum Plön durch den Plöner Museumsdirektor und Archäologen Hucke betrieben worden. In den 1970er bis 1990er Jahren haben insbesondere das Museum Plön unter seinem Leiter Kruse sowie zahlreiche ehrenamtliche Sammler Fundplätze insbesondere im Raum Ostholstein sowie den Regionen zwischen Neumünster und Rendsburg systematisch begangen.  Im Jahre 2009 konnte durch das Archäologische Landesmuseum die „Sammlung Peter Besel“ erworben werden. Hierbei handelt es sich um Flach- und Hohlglas, Glassiegel, Glasfragmente, Glasschlacke, Gefäßkeramik und technischer Keramik, die bei Begehungen mit Schwerpunkten im östlichen Hügelland/Ostholstein und der Niederen Geest geborgen wurden. Somit liegt nicht nur umfangreiches Fundmaterial vor, das einen einzigartigen Einblick in den Formen- und Funktionsbestand frühneuzeitlicher Gläser Norddeutschlands bietet, sondern die Sammlung gewährt einen tiefen Einblick in die Glashüttenlandschaft des östlichen Schleswig-Holstein. Auch wenn sie Verteilung der Fundstellen den Einzugsbereich des Sammlers widerspiegelt, so muss sie zugleich als ein Beleg für die Bedeutung der Glasindustrie im östlichen Schleswig-Holstein gewertet werden.