Semantiken materieller Kulturen

Wer kennt es nicht – die Frage, wie die Fernbedienung funktioniert oder wo sich was auf dem Handy befindet? Gegenstände – materielle Kultur – sind nicht statisch. Zwar spricht meine Fernbedienung noch nicht mit mir, aber Gegenstände können ihre Benutzer sehr wohl zu Handlungen veranlassen. Das ist in der Gegenwart genauso, wie es in früheren Gesellschaften war. Gegenstände haben darüber hinaus für ihre Benutzer sehr unterschiedliche Bedeutungen, die nicht nur aufgrund anthropologischer (Alter, Geschlecht usw.), sondern auch sozialer Kategorien (z.B. Rang, Beruf, Glauben) und den damit verbundenen spezifischen Situationen wechseln können. 

Semantiken materieller Kulturen

Semantiken nachzugehen und kommunikative Strukturen modellhaft zu beschreiben, ist auch für die archäologischen Wissenschaften wichtig. Das Kieler Projekt fokussiert auf Gegenstände der Handwaschung: ein Thema, das für mittelalterliche Gesellschaften von zentraler Bedeutung war, da das Waschen der Hände das Konzept von Sauberkeit (physisch) und Reinheit (ethisch) eng verschränkte. Bei ritualgleichen Handlungen wie Begrüßung, Mahl oder Abschied wurde die Handwaschung praktiziert. Eine kurze Einführung finden Sie hier. Einen Überblick zu den Bronzeschalen können Sie hier downloaden.