Zur Person

Wiebke Kirleis ist seit Mai 2014 Universitätsprofessorin für Umweltarchäologie am Institut für Ur- und Frühgeschichte.

Die Biologin studierte Botanik, Anthropologie und Umweltgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre Dissertation mit dem Titel "Vegetationsgeschichtliche und archäobotanische Untersuchungen zur Landwirtschaft und Umwelt im Bereich der prähistorischen Siedlungen bei Rullstorf, Ldkr. Lüneburg" (PDF) fertigte sie am Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven an. Als Postdoktorandin bearbeitete sie am Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen die Pflanzenreste aus der größten in Südniedersachsen ausgegrabenen linienbandkeramischen Siedlung "Rosdorf-Mühlengrund" (Prähist.Zeitschr.). Mit einem Stipendium des Berliner Programms zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre erforschte sie am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischem Landesmuseum, Wünsdorf, die holozäne Landschaftsentwicklung in Nordbrandenburg. Weiterhin war sie in den Sonderforschungsbereichen SFB 586 "Differenz und Integration: Wechselwirkungen zwischen nomadischen und seßhaften Lebensformen in Zivilisationen der Alten Welt" an der MLU Halle-Wittenberg und SFB 552 "Stability of Rainforest Margins, STORMA" an der Georg-August-Universität Göttingen tätig. Von 2008–2014 war sie als Juniorprofessorin für Umweltarchäologie an der Graduiertenschule Human Development in Landscapes und dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel tätig.

Wiebke Kirleis ist Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters Roots sowie der Johanna-Mestorf-Akademie. Darüber hinaus ist sie Co-Sprecherin des SFB1266 TransformationsDimensionen. Sie war bis 2018 Vorstandsmitglied der Graduiertenschule "Human Development in Landscapes".

Forschungsschwerpunkte:

Die holozäne Umweltgeschichte bildet den Schwerpunkt der Forschung. Innerhalb dieses Fokus haben folgende Bereiche und Aspekte einen besonderes Gewicht:

  • Umwelt- und Landschaftsarchäologie
  • Agrar- und Kultupflanzengeschichte
  • wechselseitige Mensch-Umwelt-Beziehungen
  • Vegetationsgeschichte
     

Der geographische Schwerpunkt für diese Themen sind innerhalb Europas besonders das norddeutsche Tiefland, einschließlich Marsch und Geest, wie auch die mitteldeutschen Lössgebiete. Hinzu treten Vorderasien, der Nahe Osten und Südostasien mit einem besonderen Fokus auf Indonesien.

Methoden:

Die bestimmenden Methoden in der eigenen Forschung und der Lehre sind:

  • Archäobotanik: verkohlte und unverkohlte subfossile Pflanzenreste
  • Palynologie: Pollen, Sporen, Algen und Großreste aus Sediment- und Torfkernen aus Mitteleuropa, dem mediterranen Raum und Südostasien
  • Anthrakologie: Makro- und Mikroreste aus archäologischen Ausgrabungen und Sedimentkernen
     

Mitgliedschaften:

Ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI); Gewähltes Mitglied der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (KAAK) des DAI; Gewähltes Mitglied der Archäologische Kommission für Niedersachsen e.V.; Reinhold-Tüxen-Gesellschaft e.V., Hannover; Archäologische Gesellschaft Schleswig-Holstein, Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein; Association for Environmental Archaeology (AEA), UK