Allgemeine Information und Ziele

Der Fundplatz liegt im Südwesten der Insel Mallorca etwa 3,5 km südwestlich des Ortes Cas Concos des Cavaller in der Gemeinde Felanitx auf dem Privatgelände einer alten Finca. Der Weg hierher führt über Feldwege und Schotterpisten mit einem 10-minütigem Fußmarsch am Ende. Sicher auch dieser abseitigen Lage ist die weitgehend fehlende archäologische Dokumentation und folglich auch wissenschaftliche Bekanntheit dieses bedeutenden Fundplatzes zu verdanken.

Bisherige Forschung

EsRossells_Plan1956.png Der Fundplatz Es Rossells wurde erstmals 1956 durch Mitarbeiter des Deutschen Archäologischen Institut Madrid vermessen, ein kleiner Ausschnitt der Mauer gezeichnet und Teile fotografisch dokumentiert. Die nachfolgende Darstellung dieser  Dokumentation beschränkt sich auf eine kurze Beschreibung und vier Fotos durch Guillermo Rosselló Bordoy innerhalb einer allgemeinen Fundmeldung (1962, 267-268). Hinzu kommt eine weitere Erwähnung in einem gemeinsamen Aufsatzes der Kooperationspartner Otto-Hermann Frey und G. Rosselló Bordoy zur Talaiot-Siedlung von S'Illot. Vorgelegt wird hier ein überarbeiteter Plan und die Ansichtszeichnungen der Mauer nebst einer knappen Beschreibung der Dokumentationsumstände (1964, 68-71). Vermessung 1956 (Frey/Bordoy 1964, Abb. 7).

Ziele des Projektes

Es Rossells Plan 2014Die Talaiot-Siedlung Es Rossells ist somit unerforscht, für ein Denkmal dieser Größe und Erhaltung auf dieser vollständig erschlossenen Insel ein einmaliger Zustand. Das auf drei Jahre geplante Projekt zielt neben der Ausbildung der Studierenden deshalb nahezu ausschließlich auf die Dokumentation der Substanz und deren Erhaltung mit möglichst minimalem Eingriff in die Vegetation. Im Detail sollen folgende Ziele erreicht werden: (1) Tachymetrische Dokumentation der Außenmauer einschließlich der Innenkanten zur Quantifizierung der Massen und Bestimmung der Erhaltungsbedingungen (Plan 2014). Fotogrammetrische Dokumentation der gesamten Fassade zur Analyse der Konstruktionsmerkmale, Steinbearbeitung und Steingröße. (2) Reinigen und Dokumetieren der oberflächlich sichtbaren Strukturen am möglichen Talaiot im Nordosten der Siedlung und dessen unmittelbares Umfeld. (3) Eine kleine Sondage nahe einem neu entdeckten Zugang im Nordosten zur Klärung der Stratigrafie außen an der Mauer, deren Fundamentierung und die Gewinnung von organischem Material zur Radiokarbondatierung.

Literatur

O.-H. Frey/G. Rosselló Bordoy, Eine Talayot-Siedelung bei S’Illot, Mallorca. Madrider Mitteilungen 5, 1964, 55–71.

G. Rosselló Bordoy, Notas de arqueología de Cataluña y Balears. Ampurias 24, 1962, 267–268, 270 Abb. 25, Taf. V.1–2.