Altgrabungen digitalisieren

Moderne Computertechnik und Software, auch kostenfreie des alltäglichen Gebrauchs,  bietet für die erneute Analyse und Darstellung von Altgrabungen enorme Möglichkeiten. In einem ersten Schritt wurden die im Archiv vorhandenen Lithographien der Planzeichnungen für den Druck wegen ihrer deutlich höheren Qualität digitalisiert und in einem Geographischen Informationssystem zusammengestellt. Währen des Digitalisierens wurden neben den vereinzelten schriftlichen Einträgen zu Alter, Geschlecht und Schädelindividuum auch weitere deutlich erkennbaren Merkmale erfasst: Ansprache des Knochen, Knochen im anatomischen Verband und Ausrichtung der anatomischen Verbände. Diese Arbeit bietet einen schnellen und unmittelbaren Zugang zu den vorhandenen Daten bei der Kontextualisierung der Funde. Sie erlaubt eine erste quantifizierende Darstellung zum dokumentierten Skelettaufkommen und kann zur Visualisierung von Ergebnissen genutzt werden. Innerhalb der 71 erkannten anatomischen Verbände mit insgesamt 501 Knochen dominiert die Lage in Längsrichtung der Kammer mit dem Kopf zum Eingang im Süden (n=224), gefolgt von einer Ausrichtung von Südost nach Nordwest (n=87)  und quer zur Kammer mit dem Kopf im Osten (n=85).

Knochen Anzahl
Schädel und Kiefer 209
Wirbel, Rippe und Schlüsselbein 360
Becken und Steißbein 37
Armknochen und Schulterblatt 43
Beinknochen 111
Hand- und Fußknochen 151
Langknochen unbest. 682
Summe 1593
 
3D-Visualisierung der Bestattungslagen am nördlichen Kammerende.
Orange: Schädel | Grün: Anatomische Verband | Gelb: sonstige Knochen