Bandkeramischer Zentralort von Borgentreich-Großeneder

Der bandkeramische Fundplatz bei Borgentreich-Großeneder (Kr. Höxter) nördlich und südlich des Ederbaches ist seit den 1940ger-Jahren durch Oberflächenfunde bekannt. Im Rahmen des Baus der MIDAL-Pipeline kam es 1993 zu umfangreichen Trassengrabungen, die zahlreiche Hausgrundrisse und Gruben, aber auch große Gräben zum Vorschein brachten. Mehrere Nachgrabungen unter Dr. H.-O. Pollmann der LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Bielefeld, konnten weitere Befunde sowie das zugehörige Gräberfeld aufdecken. Im Rahmen des Dissertationsprojektes erfolgte erstmalig eine detaillierte Aufarbeitung der Funde und Befunde. Vorrangige Fragestellung hierbei war die Befunde zu Datieren und zu überprüfen, ob es sich, wie in den Vorberichten geschrieben, um zwei getrennte Siedlungen, oder einen agglomerierenden Siedlungsverband handelt, wobei letztes bewiesen werden konnte. Die Besiedlung begann in der älteren Bandkeramik und dauerte bis in die jüngere Bandkeramik an. Aufgrund der Größe, der Besiedlungsdauer und nicht zuletzt aufgrund einer massiven Befestigungsanlage kann die Siedlung als Zentralort angesprochen werden.

Projektpartner:

  • LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Bielefeld
     

Literatur:

  • F. Jürgens, Der bandkeramische Zentralort von Borgentreich-Großeneder (Kr. Höxter). Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 340 (2019).

 

Silexwerkzeuge aus Borgentreich-Großeneder (Foto: A. Heitmann)

Keramik der Siedlung von Borgentreich-Großeneder (Foto: LWL-Archäologie für Westfalen)