Archäoinformatik

Icon ArchäoinformatikDr. Christoph Rinne | Tel. 880.3378 | Raum: 136a | Aktuelle Lehrveranstaltungen (UnivIS)

⇐ Professur Prähistorische Archäologie & Professur Historische Archäologie

Der Bereich Archäoinformatik (engl. computational archaeology) am Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU Kiel umfasst Lehre und Forschung zur Archäologie im Kontext digitaler Informationstechnologie. Die Vernetzung und Integration von Informationstechnologie und Archäologie wird in der Arbeitsgruppe "Initiative for Statistical Analysis in Archaeology Kiel (ISAAK)" aktiv umgesetzt:


Das Spektrum in der Lehre reicht vom Generieren digitaler Forschungsdaten auf Ausgrabungen, der Erhebung im Materialstudium und der wissenschaftlichen Auswertung bis hin zur optimalen Visualisierung der Ergebnisse. Neben diesen Kernaufgaben der Archäologie – Dokumentieren, Erheben, Auswerten und Vermitteln – ist die Entwicklung neuer Methoden das zentrale Anliegen der theoretischen Archäoinformatik.  Die theoretische Archäoinformatik kommt durch die Abstraktion des archäologischen Befundes zur Bildung von Modellen. Diese Modelle dienen wiederum der Interpretation archäologischer Fakten. Konkretes Beispiel hierzu ist die Analyse von Radiocarbondatierungen aus Serien archäologischer Schichten unter Verwendung des Bayestheorems (Bayliss et al. 2007). In Kiel werden zwei Online-Datenbanken zu europäischen 14C-Daten vorgehalten. Diese Datenbanken bieten neben Filtern für Attribute auch einen räumlichen Filter (Mini-GIS), die Kalibration der ausgewählten Daten und den Download der Daten und Grafiken.

  • RADON. Datenbank mitteleuropäischer und skandinavischer 14C-Daten für das Neolithikum und die frühe Bronzezeit.
  • RADON-B. Die Datenbank zu 14C-Daten der europäischen Bronzezeit und der frühen Eisenzeit


Daneben befasst sich die praktische oder auch angewandte Archäoinformatik mit der Entwicklung eigener Programme und dem Etablieren vorhandener Hard- und Software in den diversen Prozessen der archäologischen Forschung und Denkmalpflege. Die Entwicklung von Datenmodellen für die Gestaltung von Datenbanken zur Wissensvernetzung oder der Entwicklung von Archivierungsprozessen für digitale Dokumente (Stichwort: FAIR) gehören in diesen Bereich.

Das Institut in Kiel setzt in der Lehre und der Praxis neben allgemeinen statistischen Methoden in der Archäologie besondere Akzente durch die komplexe digitale Dokumentation auf den vielen nationalen und internationalen Grabungsprojekten, die geophysikalische Prospektion, Strategien zur digitalen Datenakquise in Forschungsprojekten mittels automatisierter Prozesse (z.B. bei NoNeK) oder einer Grundausbildung in der Entwicklung konkreter Datenbanken (RADON). Neben diesen wichtigen Forschungsfeldern bieten die Leher in Kiel einen grundlegenden Einstieg in Hard- und Software im Kontext der Archäologie (Software-Box).