Projekte und Ausgrabungen

Grabungs- und Prospektionsprojekte umfassen Feldarbeiten zu altmärkischen Großsteinanlagen und Tiefstichsiedlungen; eine neolithische Feuchtbodensiedlung in Ostholstein, die Grabung einer befestigten, bronzezeitlichen Siedlung mit Feuchtbodenerhaltung in Polen und Grabungen von spätneolithischen Siedlungshügeln in Zentralbosnien. Auswertungsprojekte beziehen sich auf die Analyse hallstattzeitlicher Zentralsiedlungen und Fragen der Archäoprognose. Landschaftsarchäologische und siedlungsarchäologische Aspekte spielen in allen Projekten eine entscheidende Rolle. Dies ist ebenfalls in der Graduiertenschule "Human Development in Landscapes" als auch in dem Schwerpunktprogramm "Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung" der Fall. Neben den genannten Projekten und Grabungen wurden Feldforschungen in Hessen, Franken und Dalmatien durchgeführt. bei zahlreichen Arbeiten wird eine enge Kooperation mit Denkmalämtern, DAI oder ausländischen Universitäten und Museen verwirklicht.

Feldaktivitäten der Prähistorischen Archäologie Kiel

PROJEKTE ZUR THEORIE- UND METHODENENTWICKLUNG

Graduiertenschule "Human Development in Landscapes" (Exzellenzinitiative) zur Projektseite

Die transdisziplinäre Zusammenarbeit in der Graduiertenschule dient der Entwicklung neuer Konzepte zur Landschaftsrekonstruktion, zur Definition des sozialen Raumes und der Integration verschiedenster Archive in die Entwicklung von gesellschaftsrelevanten Proxies.

Archäoprognose (Thyssen)

Predictive Mapping als ein Instrument sowohl archäologischer Rekonstruktionen von Besiedlungsabläufen als auch als Mittel der Denkmalpflege stellt die Basis der diachronen Arbeiten zur prähistorischen Entwicklung Brandenburgs dar.


PROJEKTE ZUM SÜDOSTEUROPÄISCHEN NEOLITHIKUM UND CHALKOLITHIKUM

Siedlungsarchäologie im Zentralbalkan: Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte spätneolithischer Bevölkerungsgruppen (5.500-4.500 v.Chr.) (DFG) zur Projektseite

In Bosnien haben die Prospektionen und Ausgrabungen der Römisch-Germanischen Kommission (Knut Rassmann) und der Christian-Albrechts-Universität (Johannes Müller) in Zusammenarbeit mit dem Bosnisch-Herzegovinischen Landesmuseum Sarajevo (Zilka Kujundzic) begonnen. Etwa 50 km nördlich von Sarajevo wird im Kanton Visoko ein Tell ausgegraben, der im Ort Okoliste an der Bosna liegt. Der Tell hat einen Durchmesser von ca. 400 m und gehört damit zu einer der größten Anlagen auf dem Balkan. Die Strukturen sind der Butmir-Gruppe zuzuordnen, die von 5.500-4.800 v.Chr. in Zentralbosnien existierte und eine wichtige Rolle im Kommunikationssystem zwischen Zentralbalkan und Adria spielte.

Geomagnetik in Südosteuropa (DAI) zur Projektseite

Im Rahmen des DAI-Clusters I führt das Institut für Ur- und Frühgeschichte in enger Kooperation mit der Eurasienabteilung des DAI (Prof. Svend Hansen) und in Zusammenarbeit mit dem Historischen Nationalmuseum Cluj (Prof. G. Lazarovic, Dr. Z. Maxim), dem Archäologisches Institut Iaşi (Dr. C. M. Lazarovici, Prof. D. Monah), dem CMJ Piatra-Neamţ (Prof. G. Dumitroaia) und dem Brukenthalmuseum Sibiu (Prof. S. A. Luca) geomagnetische Prospektionen auf neolithischen und kupferzeitlichen Siedlungen in Rumänien durch. 2007 und 2008 konnten insgesamt 10 Fundorte untersucht werden, teilweise mit verblüffenden Ergebnissen (s. Projektseite).


PROJEKTE ZUM MITTELEUROPÄISCHEN UND SÜDSKANDINAVISCHEN NEOLITHIKUM

Megalithlandschaft Altmark (DFG)

Die Ausgrabungen von zwei Großsteingräbern bei Lüdelsen und die Sondagen in einem Erdwerk und einer Siedlungsstelle bei Tangeln (Denis Demnick u. Sarah Diers) sollen neben pollenanalytischen und sedimentologischen Untersuchungen die Rekonstruktion der mittelneolithischen Siedlungs- und Grablandschaft ermöglichen. Eine Kombination aus paläoökologischen Daten, Prospektionen, Grabuntersuchungen und Siedlungs- bzw. Erdwerkssondagen soll das Verhältnis zwischen neolithischer Monumentalarchitektur, Siedlungsstrukturen und Umweltveränderungen klären.

Schwerpunktprogramm SPP 1400: Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung (DFG) Zur Entstehung und Entwicklung neolithischer Großbauten und erster komplexer Gesellschaften im nördlichen Mitteleuropa. zur Projektseite

Wie und warum entstanden die ersten Monumnete in Norddeutschland? Welche Rolle spielten wirtschaftliche Veränderungen? Welchen Einfluss hatte das Klima? Welche Gesellschaften entwickelten was für einen sozialen Raum? Welche sozialen Differenzen lassen sich feststellen? Wie und warum endeten die Trichterbecher-Gesellschaften? Diesen und andere Fragestellungen sind Thema das am Institut koordinierten Schwerpunktprogrammes, das 2009 begann. Das SPP 1400 wurde mit der Kamera begleitet und alle zwei Wochen in 3 - 4minütigen Kurzfilmen auf der DFG Science TV Projektseite vorgestellt.

Icon DFG Science TV

 

SPP1400 - Megalithbauten und Siedlungsmuster im trichterbecherzeitlichen Ostholstein (3500-2700 v. Chr.): Mittleres Travetal und Westlicher Oldenburger Graben (DFG) zur Projektseite

Trichterbecherzeitliche Feuchtbodensiedlungen und Megalithanlagen in einer Kleinregion des Landesinneren und einer Küstenlage werden miteinander verglichen, um Hinweise auf unterschiedliche Nutzungsmuster von Umwelt, sozialem und rituellem Raum zu erhalten.

SPP1400 - Monumentale Grabenwerke, nichtmegalithische und megalithische Grabbauten des Früh- und Mittelneolithikums (DFG) zur Projektseite

Die radial auf das Grabenwerk Büdelsdorf zulaufenden Megalithanlagen von Borgstedt im südlichen Schleswig und das Grabenwerk Dieksknöll mit benachbarten Megalithanlagen dienen dazu, Beziehung und Bedeutung sowohl von Grabenwerken als auch von Einfriedungen zu ergründen.

SPP1400 - Entstehung, Funktion und Landschaftsbezug von Großsteingräbern, Grabenwerken und Siedlungen der Trichterbecherkulturen in der Region Haldensleben-Hundisburg (DFG) zur Projektseite

An der Grenze zwischen Löss- und Moränenlandschaft bei Haldensleben (Sachsen-Anhalt) findet sich eine extreme Konzentration von Großsteinräbern räumlich separiert von Grabenanlagen. Welche Bedeutung hat dies? Wie wirkt sich die Grenze zwischen Alt- und Neusiedelland aus? Was für soziale Implikationen haben die räumlichen Strukturen?

SPP1400 - Bevölkerungsdichte, Kommunikationsstrukturen und Traditionsräume in der Trichterbecherkultur (DFG) zur Projektseite

Zahlreiche Archive zu den Trichterbechergesellschaften sind bereits bekannt, müssen nur ausgewertet werden. Die Rekonstruktion von räumlichen Verteilungsmustern sowohl von Monumenten als auch Fundtypen stellt eine Basis für statistische Analysen dar, die in der Konsequenz zur Rekonstruktion von Bevölkerungsgrößen führen dürften.

SPP1400 -Ozean und norddeutsches Klima (DFG) zur Projektseite

Die Nutzung von marinen Archiven ermöglicht das Identifizieren von Klimaproxies, die bei der Rekosntruktion des Wetters im neolithischen Norddeutschland eingesetzt werden können.

SPP1400 -Koordinierung des SPP 1400 (DFG) zur Projektseite

Aufbau und Pflege der gemeinsamen Datenbank aller Projekte und das Organisieren der Schwerpunkt-internen Kommunikation ist eine der Hauptaufgaben des Koordiantionsprojektes.


PROJEKTE ZUR MITTELEUROPÄISCHEN BRONZEZEIT

Bruszczewo: Bronzezeit in der großpolnischen Siedlungskammer von Koscian (DFG) zur Projektseite

Im Rahmen einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Universität Poznan werden ca. 60 km südlich von Poznan Forschungen zum Endneolithikum und zur Frühbronzezeit durchgeführt. Es handelt sich dabei um ausgedehnte Prospektionen, die Ausgrabung einer frühbronzezeitlichen Siedlung und, zukünftig geplant, einer endneolithischen Fundstelle. Über reichhaltige paläoökologische Befunde ist eine Rekonstruktion der Beziehung Mensch-Umwelt möglich.

Kultureller Wandel am Übergang von der FBZ zur MBZ im nordöstlichen Mitteleuropa (DFG) zur Projektseite

Der Wandel von früh- zu mittelbronzezeitlichen Gesellschaften lässt sich im nordöstlichen Mitteleuropa sowohl aus archäologischen als auch ökologischen Daten rekonstruieren. Im Forschungsprojekt der wiss. Mitarbeiterin Jutta Kneisel werden die Hinweise auf einen abrupten Abbruch um 1650 v. Chr. an unterschiedlichen Lokalitäten untersucht.

Forging Identities (The European Commission´s FP7 PEOPLE PROGRAMME) zur Projektseite

The Mobility of Culture in Bronze Age Europe (Initial training network ITN 2009-2012). The ITN Forging Identities will explore intercultural interaction in Bronze Age Europe - a golden epoch between 300 and 500 BC with new patterns od social identifications, specialised production, complex polities and wide-reaching networks across Europe.... The CAU institute is integrated with a project about Bronze Age social identity and mobility.

Bredenbek (LA 29) (Landesamt) zur Projektseite

Die wiss. Mitarbeiterin Jutta Kneisel untersucht einen frühbronzezeitlichen Grabhügel Kr. Rendsburg-Eckernförde in Holstein.

Smoszew (CAU) zur Projektseite

In einem gemeinsamen Projekt der wiss. Mitarbeiterin Jutta Kneisel mit der Universität Poznan wird ein mittelbronzezeitlicher Grabhügel bei Krotozyn, Großpolen ausgegraben.


PROJEKTE ZUR MITTELEUROPÄISCHEN EISENZEIT

Siedlungshierarchie, kulturelle Räume, soziale Evolution und Territorialität vom 8. bis 4. Jh. v. Chr. in Südwestdeutschland (DFG) zur Projektseite

Einen archäologisch analysierbaren Ausdruck finden die Zentralisierungsprozesse in einer sozialen Elitenbildung, der Siedlungshierachie und der Verteilung kultureller Ähnlichkeiten (kulturelle Metrik) im Raum. Zu weiteren Informationen siehe obigen Link.