Els Closos de Can Gaià

Kooperation

Die Ausgrabung der Naveta 1 im Jahr 2010.

Das Projekt Closos ist ein Forschungsprojekt der Universitat de les Illes Balears, Departament de Ciències Històriques i Teoria de les Arts. Seit 1996 wird diese Siedlung von Naviformes am westlichen Stadtrand von Portocolom auf Mallorca untersucht. Neben den wissenschaftlichen Forschungen zur Besiedlung der Balearen in der Bronze- und Eisenzeit wird in Kooperation mit dem Grupo de Recerca Arqueobalear das Bodendenkmal zunehmend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die 2009 initiierte ERASMUS Partnerschaft zwischen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universitat de les Illes Balears bildet die Grundlage für einen Studenten- und Dozentenaustausch zwischen der Archäoinformatik des Institutes für Ur- und Frühgeschichte und dem Área de Prehistòria an der Universitat de les Illes Balears. Geophysikalische Prospektion (Geomagnetik) auf dem Bodendenkmal Closos den Can Gaia Schwerpunkt der Kooperation stellt einerseits der Austausch über neue Prospektions- und Vermessungsverfahren als und Anwendungen aus dem Bereich der Archäoinformatik einerseits dar. Andererseits findet ein Beitrag über Siedlungsprozesse und sozioökonomischen Wandel im Kontext einer entstehenden Monumentalität statt. Im Ergebnis wird an beiden Universitäten den Studierenden ein über den eigenen Ausbildungs- und Forschungsschwerpunkt hinaus reichendes Lehrangebot ermöglicht. Hinzu tritt für beide Institute ein beachtlicher Mehrwert für weitere eigene Forschungsprojekte.

Im Fokus des geplanten archäologischen Diskurses stehen die jeweiligen Modelle zum gesellschaftlichen Wandel mit der Entstehung monumentaler Bauwerke. Während in Kiel mit dem DFG-Schwerpunktprogramm die frühe Monumentalität und soziale Differenzierung der neolithischen Bevölkerung in Nordeuropa intensiv behandelt wird, stehen die Navetas und Talayots, monumentale Wohnbauten der Bronzezeit, im Mittelpunkt der Forschung an der UIB. Die seit 1996 in Closos bei Portocolom (Felanitx) stattfindenden Ausgrabungen unter der Leitung von Prof. Bartomeu Salvà belegen einen Wandel in der Siedlungsstruktur mit einem Wechsel vom dezidiert öffentlichen Raum zum zunehmend privaten, geschlossenen Raum. Dieser Wandel findet in der mittleren Bronzezeit ab 1400 v.Chr. statt und geht einher mit einem elementaren Technologiewechsel in der Metallurgie. In der Folge kommt es zu einem "Boom" megalithischer Bauwerke auf den Balearen (Talayotische Kultur). In der Betrachtung kongruenter, zeitlich aber zweifelsfrei unabhängiger Erscheinungen ist ein methodischer Gewinn für beide Seiten zu erwarten


©C. Rinne