Offa-Buch Bd. 88

Diachrone Studien zur prähistorischen Siedlungslandschaft im Bereich der Holsteinischen Seenplatte
Philip Lüth

Die Studie entstand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten interdisziplinären Projektes "Funktionen von Inseln in den Binnengewässern der holozänen Siedlungslandschaft Schleswig-Holsteins (FIBSS)". Das wesentliche Ziel des Projektes bestand in der Erforschung der besonderen Stellung, die Inseln in Binnenseeen innerhalb einer geschlossenen archäologischen Kulturlandschaft einnehmen. In diesem Rahmen hat die vorliegende Arbeit das Ziel, die archäologischen Funde von den Inseln in eine archäologische Umfeldanalyse einzubetten.
Das Arbeitsgebiet konzentriert sich auf eine 20 x 30 km große Region, die alle Seen der Holsteinischen Seenplatte sowie die Bornhöveder Seenplatte mit der Alten Schwentine umfasst. Als Datengrundlagen standen mehr als 2.700 bekannte Fundstellen aus der archäologischen Landesaufnahme sowie die zahlreichen Neufunde aus der Projektarbeit des FIBSS zur Verfügung. Darüber hinaus stützt sich der Autor auf die Forschungen zahlreicher Wissenschaftler, die sich in den letzten 100 Jahren mit Teilbereichen des untersuchten Raumes beschäftigten. Soweit möglich wurden die Funde aller archäologischen Zeitabschnitte vom Endmesolithikum bis zum Mittelalter diesen Untersuchungen unterzogen.
Über die Analyse unterschiedlicher Lagefaktoren und die Einbettung in landschaftstopografische Aspekte wird die diachrone Entwicklungsgeschichte der Holsteinischen Seenplatte beschrieben. Zentrales Werkzeug für diese Untersuchung stellte dabei die Anwendung von Software für Geoinformationssysteme (GIS) dar.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Wandel, den die Inseln, Seen und Gewässer innerhalb der archäologischen Kulturlandschaft erfahren haben. Um dem Leser den Zugang zu den betreffenden Zeitabschnitten zu erleichtern wurde eine chronologische Darstellung gewählt.

Wachholz, 2012
ISBN 978-3-529-01188-7

 

Offa-Buch Bd. 89

Archäologische Siedlungsforschung auf den nordfriesischen Inseln
Martin Segschneider, Bente Sven Majchczack, Tobias Scholz

Die nordfriesischen Geestinseln Sylt, Föhr und Amrum sind seit langem als eine bedeutende Altsiedellandschaft bekannt. So sind in der 1958 durch Karl Kersten und Peter La Baume herausgegebenen Archäologischen Landesaufnahme der nordfriesischen Inseln weit über 1000 vor- und frühgeschichtliche Grabhügel verzeichnet. Dagegen waren die sicher lokalisierten und wissenschaftlich erschlossenen Siedlungen stets unterrepräsentiert, sodass die Entdeckung, Untersuchung und Publikation vor- und frühgeschichtlicher Siedlungsplätze auf den nordfriesischen Inseln seit vielen Jahren ein Desiderat der Forschung darstellt. Umso erfreulicher ist es daher, dass die genannte Situation durch die Vorlage dieses Buches eine wesentliche Veränderung erfährt. Die in kurzer Folge fertiggestellten und thematisch verwandten Master- bzw. Magisterarbeiten aus Kiel und Göttingen boten sich für eine gebündelte Herausgabe innerhalb der traditionsreichen Offa-Buchreihe an. Denn beide Arbeiten widmen sich der archäologischen Siedlungsforschung auf den nordfriesischen Inseln und beziehen sich auf das mittlere bis fortgeschrittene erste Jahrtausend nach Christus. Zunächst stellt Bente Sven Majchczack die Ergebnisse großflächiger und zerstörungsfreier Siedlungsprospektion auf der Insel Föhr vor, die das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Geowissenschaften, Abt. Geophysik der Universität Kiel, durchgeführt hat. Ergänzt um eine einführende Darstellung des auf Sylt liegenden Siedlungsbereiches, legt Tobias Scholz dann als hervorragend erhaltenen Befund ein niedergebranntes Langhaus mit Kleisodenwänden aus Tinnum und dessen umfangreiches Keramikinventar vor. 

Wachholz, 2016
ISBN: 9783529093180