Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie Bd. 304

Das ägäische Neolithikum und Chalkolithikum. Transformationen sozialer Handlungsmuster in Anatolien und Griechenland zwischen 6500 und 4000 v.Chr.
Martin Furholt 

Zu den folgenreichsten Entwicklungen, die im Laufe der Menschheitsgeschichte Westanatolien und Griechenland über die Ägäis hinweg verbanden, zählen die Prozesse, die vereinfachend mit dem Begriff der „Neolithisierung“ umschrieben werden. Diese Arbeit beschäftigt sich in diachroner Perspektive mit den unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen, die mit diesem Begriff im Zusammenhang stehen. Grundlage ist eine möglichst flächendeckende Erfassung und statistische Auswertung des verfügbaren und quantifizierbaren archäologischen Materials des 7.–4. Jahrtausends v. Chr. in der Westtürkei und Griechenland. Aufbauend auf einer handlungstheoretischen Perspektive werden auf lokaler und regionaler Skalenebene die Änderung und Dynamik von Handlungskontexten, von Interaktionsräumen, von die Ägäis überspannenden sozialen Netzwerken, von Subsistenzstrategien, von ökonomischen Strukturen und die Zusammensetzung sozialer Gemeinschaften untersucht. Diese verschiedenen Ebenen sozialer Handlungsräume führt der Autor schließlich zusammen, um die ab 6600 v. Chr. einsetzende Expansion neolithischer Lebensformen nach Europa besser zu verstehen und die darauf folgenden überregionalen sozialen Prozesse einordnen zu können.

Bonn, Habelt 2017
-auch als eBook erhältlich-
ISBN 978-3-7749-4101-4